Zahnärztliche Chirurgie
Wir behandeln in unserer Praxis das gesamte Spektrum der zahnärztlichen Chirurgie; d.h. Zähne entfernen - einschließlich der "unsympathischen Weisheitszähne", Zysten entfernen, Wurzelresektionen, Lippen- bandentfernung u.v.a.m.
Dafür haben wir ein spezielles Zimmer
eingerichtet, in dem wir ausschließlich chirurgische Eingriffe durchführen.
Hier wird bei ambulanten Operationen eine besonders hygienische Umgebung gewährleistet. Der Raum ist ausgerüstet mit einer Behandlungseinheit, die über
eine Zufuhr von steriler Kochsalzlösung als Kühlmittel beim Bohren und Fräsen verfügt und die mit einer starken, fokussierbaren Operationsleuchte ausgestattet ist. Das Lager für saubere Geräte, Chirurgieinstrumente und für
Sterilgut ist von dem Operationsbereich durch eine Durchreiche abgetrennt. Dies alles erleichtert eine keimfreie und funktionelle Arbeitsorganisation.
Was ist ein retinierter Zahn ? Als retiniert bezeichnet man einen Zahn, der noch nicht zu seinem normalen Durchbruchszeitpunkt in der Mundhöhle erscheint. Gerade bei Weisheitszähnen beobachtet man auch häufig einen teilweisen Durchbruch, man sieht dann im Mund zum Beispiel nur die Hälfte der natürlichen Zahnkrone.
Wenn ein Weisheitszahn bis zum 20. Lebensjahr noch nicht in die Mundhöhle durchgebrochen ist, wird er auch nicht mehr durch das Zahnfleisch hindurchtreten.
Die häufigste Ursache hierfür ist sicherlich ein Platzmangel (Abb. 1), der
Kiefer ist also zu klein für acht Zähne auf jeder Seite. Auch eine Querlage oder andersartige Verlagerung der Zähne ist nicht so selten als Ursache für eine Retention der Weisheitszähne zu
beobachten . Andere Zähne verbleiben manchmal ebenfalls im Kieferknochen, zum Beispiel die oberen Eckzähne.
Da nicht oder nur teilweise durchgebrochene Zähne häufig mit krankhaften Begleiterscheinungen verbunden sind, muss der Zahnarzt eine gründliche Untersuchung durchführen. Hierzu wird er die Mundhöhle genau anschauen und Röntgenbilder anfertigen. Auf den Röntgenbildern kann er die genaue Form und die Lage des im Kieferknochen verbliebenen Zahnes feststellen.
Möglicherweise haben sich Zysten an diesen Zähnen gebildet ( Abb. 2)
oder der retinierte Zahn hat zu Schädigungen des Nachbarzahnes geführt (Abb. 3). Auch kann dieser Zahn die Bildung einer Zahnfleischtasche am benachbarten Zahn begünstigen. Manchmal kann ein verlagerter
Weisheitszahn ein Hindernis beim Durchbruch eines anderen Backenzahnes darstellen. Unter Umständen rät der Kieferorthopäde im Rahmen seiner Behandlung
zur Entfernung der Weisheitszähne, da es nach einer aufwendigen Behandlung durch den Wachstumsdruck des verblieben Weisheitszahnes zu unschönen Zahnverschiebungen an den Frontzähnen
kommen kann. Im Vorfeld einer größeren rekonstruktiven Behandlung wird meist ebenfalls zur Entfernung retinierter Zähne geraten.
Bei teilweise durchgebrochenen Weisheitszähnen tritt sehr häufig eine akute Infektion auf. Es hat sich eine Tasche unter der Zahnfleischkapuze gebildet, in der sich die Bakterien stark vermehren. Diese Entzündung führt häufig zu starken Schmerzen und Schluckbeschwerden. Eine Rötung und Schwellung der umliegenden Weichteile kann man beobachten, bis hin zu einer deutlichen Behinderung der Mundöffnung.
Bei einer so heftigen Reaktion muss der Zahnarzt zuerst die akute Entzündung mit Spülungen und Drainagen bekämpfen, bevor er den Zahn entfernen kann. Damit verhindert er, dass sich die Infektion auf andere Gebiete des Körpers ausdehnen kann. Nicht selten sind diese Weisheitszähne frühzeitig tief kariös oder es hat sich sogar der Zahnnerv entzündet (Abb. 3)
Aber auch wenn keine Entzündung vorliegt, sollten solche Zähne, die nur teilweise in die Mundhöhle ragen, entfernt werden. Es ist erwiesen, dass auch bei reizlosem Zustand sehr viele krankheitserregende Keime um diesen Zahn herum existieren. Eine schlechte allgemeine oder lokale Abwehrlage kann sehr schnell ein akutes Stadium herbeiführen.
Die Entfernung der Weisheitszähne ist heute ein Routineeingriff in der Zahnarztpraxis. Da Komplikationen durch Verknöcherung und durch Wundheilungsprobleme mit zunehmendem Alter ansteigen, sollten nicht durchgebrochene Zähne bis etwa zum 25. Lebensjahr entfernt werden.

Selbst nach einer erfolgreichen Wurzelkanalbehandlung können sich an der Wurzelspitze chronisch verlaufende Entzündungen
mit Bildung krankhaften Gewebes oder einer Zyste bilden. Bei der Wurzelresektion wird nach einem Schnitt durch das Zahnfleisch und Eindringen in den Knochen diese Entzündung entfernt und noch
zusätzlich ein Teil der Wurzelspitze abgetragen. Der verbleibende Hohlraum kann mit einem Knochenersatzmaterial wieder aufgefüllt werden.
Ist bei einem mehrwurzligen Zahn nur eine Wurzel
nicht mehr zu erhalten, so kann diese nach einer Wurzelkanalbehandlung des Zahnes entfernt und die anderen Wurzeln belassen werden (Hemisektion, Trisektion).