Ein Traum der Zahnheilkunde ist, nach Zahnverlust neue Zähne wachsen zu lassen. Von der Erfüllung dieses Traums, zum Beispiel durch Einpflanzen von Zahnkeimen neue natürliche Zähne wachsen zu lassen, sind wir augenblicklich noch weit entfernt.
Im Bereich der Einpflanzung künstlicher Zahnwurzeln aus Titan hat sich jedoch in den letzten Jahren enorm viel getan. Vor etwa 25 Jahren gab es noch Zweifel, ob diese sogenannten Implantate überhaupt vom Körper angenommen werden, und wenn ja, ob diese genügend belastbar und auch langfristig erhaltbar sind. Mittlerweile sind mehrere Millionen von Implantaten seit vielen Jahren zur vollen Zufriedenheit der Patienten in Gebrauch.
Die konstruktiven Einsatzmöglichkeiten für Implantate sind sehr vielfältig. Sehr dankbar sind Patienten, die zuvor mit schlecht haltenden Prothesen zu kämpfen hatten.
Waren bei verkürzter Zahnreihe früher herausnehmbare Prothesen die einzige Möglichkeit der Versorgung, so können jetzt implantatgetragene festsitzende Brücken eingesetzt werden. Bei Einzelzahnlücken kann auf ein Beschleifen der Nachbarzähne zur Verankerung einer Brücke verzichtet werden, indem einer implantatgetragenen Einzelkrone der Vorzug gegeben wird.
Auch die Haltbarkeit von Zahnimplantaten steigt ständig. Im Augenblick haben wir schon eine statistische Überlebensrate von über 90 % für 10 Jahre. Da die Oberflächen und das Design der Implantate ständig verbessert werden, steigen auch die statistischen Überlebensraten. Dabei gibt es von den ersten eingesetzten Implantattypen schon Fälle, die mehr als 30 Jahre ihre Funktion als Zahnersatz erfüllen.
Heute ist es fast in jedem Fall möglich zu implantieren. Noch vor 15 Jahren war „zu wenig Knochen“ eine absolute Kontraindikation. Heute können wir in den meisten Fällen über Knochenaufbau und Membrantechnik trotzdem Implantate einsetzen.
Alles ist im Fluss. Was gestern noch Stand der Dinge war, ist heute nicht mehr das Optimum. Typisch für die Medizin ist, dass es auf bestimmten Teilgebieten rasante Fortschritte gibt.


Von Anfang an findet eine enge Zusammenarbeit mit dem Zahntechniker statt, der dann schließlich die geeignete Oberkonstruktion für die Implantate bereitstellt. Der behandelnde Zahnarzt und der Zahntechniker legen nach der Analyse der Modelle gemeinsam die optimale Position für die Implantate fest. Daraufhin fertigt der Zahntechniker eine entsprechende Bohrschablone an, die dann beim Einsetzen der Implantate verwendet wird.
Die von uns verwendeten Camlog®-Implantate sind zylinderförmig und bestehen aus reinem Titan, dessen Oberfläche speziell beschichtet ist. Titan ist äußerst bruchfest, ist leicht und absolut bioverträglich, das heißt, Allergien sind unbekannt. Die geeignete Größe wird bei der präoperativen Diagnostik bestimmt. Sie entspricht ungefähr der Größe der Wurzel eines für die Implantationsregion typischen Zahns. Das Camlog-System bietet eine feine Abstufung der Implantatgrößen in Länge und Dicke. Außerdem ist die Verbindung zwischen dem Implantat und der Oberkonstruktion sehr sicher, so dass es zu keinen Schraubenlockerungen kommt.
Der operative Eingriff selbst kann durch die exakten Instrumente schonend durchgeführt werden. Nach dem Abklappen der Schleimhaut wird das Implantatbett mit rotierenden Instrumenten im Kieferknochen vorbereitet. Anschließend wird das Implantat eingesetzt und die Wunde mit einer Naht dicht verschlossen.
Im folgenden wird dargestellt wie eine Implantation und die anschließende Versorgung erfolgt.
Ein wichtiger, vorbereitender Schritt beim Einpflanzen künstlicher Zahnwurzeln ist die Planung des operativen Eingriffs. Zuerst wird die exakte Form des Kiefers sowie die Dicke des vorhandenen Knochens ermittelt. Hierfür werden Abdrücke für die Herstellung von Kiefermodellen angefertigt, auf denen Röntgenmessschablonen hergestellt werden. Mit Hilfe dieser Messschablonen wird eine Panoramaröntgenaufnahme hergestellt, die dann ein genaues Messen der Knochenhöhe ermöglicht.







Nach 3 bis 6 Monaten ist das Implantat fest mit dem Knochen verwachsen und kann voll belastet werden. Die individuelle Dauer hängt von der Knochenqualität ab. In der Regel ist die Knochenstruktur im Unterkiefer etwas dichter als im Oberkiefer, so dass das knöcherne Einwachsen dort ein wenig rascher abgeschlossen ist. Bei Bedarf hält eine provisorische Versorgung die Kaufähigkeit während der Einheilphase aufrecht.
Am Ende der Einheilzeit wird die Durchtrittsstelle des Implantats durch die Schleimhaut vorbereitet und anschließend in der aus der Herstellung von konventionellen Kronen und Brücken bekannten Technik abgeformt. Die Durchtrittsstelle durch die Schleimhaut wird so gestaltet, dass das Metall des Implantats nicht sichtbar ist. Das Einsetzen der im zahntechnischen Labor hergestellten Oberkonstruktion schließt die Behandlung ab.
Wir sind heute in der Lage, bei nahezu jeder Knochensituation Implantate einzusetzen und Kronen darauf einzugliedern, die von natürlichen Zähnen fast nicht zu unterscheiden sind. Hierzu verwenden wir auch mikrochirurgische Schleimhautoperationstechniken, da die rote Ästhetik (Zahnfleisch) genauso wichtig wie die weiße Ästhetik (Zähne) ist.
Voraussetzung für eine lange Haltbarkeit ist eine gute Pflege der Implantatkonstruktion und der Schleimhautdurchtrittsstelle, damit dauerhaft Entzündungsfreiheit gewährleistet ist. Unsere Prophylaxespezialistinnen leisten hierbei die notwendige Unterstützung.


Der Sinuslift ist oft die einzige Möglichkeit, trotz geringem Knochenangebot im Oberkieferseitenzahngebiet eine herausnehmbare Prothese zu vermeiden. Dieser kieferchirurgische Eingriff ist in erster Linie für Patienten hilfreich, die im Oberkiefer im Seitenzahngebiet keine Zähne mehr haben und festsitzenden Zahnersatz wünschen.
Prinzip dieses Eingriffs ist die Schaffung einer für eine Implantation ausreichende Knochenmenge. Da eine absolute Erhöhung des Kieferkamms in den meisten Fällen unmöglich ist und in den wenigsten sinnvoll wäre, ist die teilweise Auffüllung der Kieferhöhle heute die erfolgreichste und beste Möglichkeit.
Die Kieferhöhle dehnt sich nämlich nach dem Zahnverlust in den Bereich der jetzt fehlenden Zähne aus, und der Knochen, der diese Zähne einmal gehalten hat, baut sich hierdurch ab.
Diesen Bereich füllen wir mit eigenem Knochen und / oder einem Knochenersatzmaterial wieder auf und setzen hier Implantate. Eigenen Knochen entnehmen wir meistens in der Nähe der Implantationsstelle. Häufig ist eine Knochenentnahme jedoch nicht nötig, da moderne Knochenersatzmaterialien zu gleichen Ergebnissen führen. Das bei uns eingesetzte Knochenersatzmaterial entspricht in der chemischen Zusammensetzung eigenem Knochen und verfestigt sich im Laufe der nächsten Monate in soliden Knochen.
Die Vorgehensweise ist vom Prinzip her relativ einfach, die Durchführung aber durch die Feinheit der beteiligten anatomischen Strukturen eher schwierig und erfordert ein gefühlvolles Gewebemanagement.
In unserer Praxis hat sich die folgende Methodik
bewährt: Wir öffnen die Schleimhaut an der Implantationsstelle. Die darrunterliegende Knochen- wand der Kieferhöhle wird sehr vorsichtig in einer Größe von ca. 5 auf 10 mm unter absoluter Schonung der Kieferhöhlenschleimhaut entfernt.
Letztere wird nun, ebenfalls sehr vorsichtig, mit feinsten
und speziell hierfür geformten Instrumenten nach innen geschoben, die Kieferhöhle bleibt hierdurch ungeöffnet und wird in ihrer Funktion nicht beeinträchtigt.
Der dabei entstehende Raum zwischen Knochen und
Kieferhöhlenschleimhaut wird jetzt mit eigenem Knochen und / oder einem Knochenersatzmaterial aufgefüllt, die Implantate wie gewohnt gesetzt. In manchen Fällen ist es angebracht, den Kieferkamm auch zu verbreitern. Bei
dieser Technik wird eigener Knochen oder Knochenersatzmaterial seitlich aufgebracht und mit einer speziellen Membrane abgedeckt. Diese erfüllt die Aufgabe, das schneller wie Knochen wachsende
Bindegewebe von der Aufbauregion fernzuhalten. Je nach Situation kann man Membranen verwenden, die sich von selbst auflösen, andere müssen später entfernt werden.
Zum Schluss wird die Schleimhaut mit feinstem Nahtmaterial wieder verschlossen.
Nach 6 Monaten, in Extremfällen nach ca. einem Jahr,
können die Implantate wie gewohnt mit Kronen versorgt werden.Dieser Eingriff ist relativ risikoarm. Einzige, zusätzlich mögliche Komplikation ist ein Riss in der Kieferhöhlenschleimhaut, da hierbei Mund- und
Nasenhöhlen nicht mehr voneinander getrennt sind und eine Infektion stattfinden kann. In diesem Fall brechen wir den Eingriff ab, es sei denn, wir können den Riss sicher verschließen.
Für uns ist der Sinuslift-Eingriff heute eine unverzichtbare Behandlungsmöglichkeit mit im Allgemeinen sicher vorhersagbaren Ergebnissen geworden.

Beispiel mit nicht erhaltbaren Zähnen
Beispiel nach implantologischer Versorgung

Seit dem 12.10.2000 ist Dr. Ulrich Wild in der zahnärztlichen Implantologie vom implantologischen Weltverband ICOI und der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Implantologie DGZI zertifiziert, im gleichen Jahr Verleihung des Tätigkeitsschwerpunktes Implantologie (BDIZ - Bundesverband der implantologisch tätigen Zahnärzte in Deutschland), seit 2001 Diplomat des ICOI, seit 2003 Spezialist-Implantologie der DGZI und seit 2007 Master of Science Implantologie (MSc).
Was bedeuten Zertifizierung, Tätigkeits- schwerpunkt und Master?
Zugelassen zur Zertifizierungs-Prüfung wird man nach einer Vorprüfung von Röntgenbildern, Modellen und Fotos von durchgeführten implantologischen Arbeiten nach der Implantation und bis zu 10 Jahren danach, sowie nachgewiesener jährlicher Fortbildung in der Implantologie. Die Prüfung selbst besteht aus einer mehrstündigen schriftlichen Prüfung und einer mündlichen Prüfung vor einem Professoren - Kollegium.
Der Tätigkeitsschwerpunkt (BDIZ) wird nach weiteren Prüfungen verliehen, im Gegensatz zum normalen Tätigkeitsschwerpunkt, den sich jeder ohne Nachweis zulegen darf.
Der Master of Science ist ein international anerkannter Titel, der nach einem Universitätsstudium mit Abschlussprüfung verliehen wird.
In unserer Praxis sind Dr. Ulrich Wild seit 1989, Dr. Svenja Hitzler seit 1993, Dr. Oliver Klenk seit 1998 und Dr. Evelyn Sack seit 2002 erfolgreich implantologisch tätig.
Alle implantieren nach dem gleichen, durch jahrelange Erfahrung bewährten implantologischen Konzept und dem jeweils neuesten Material.
Statt alle Kollegen im gleichen Fachgebiet zu zertifizieren, machen wir dies lieber in anderen Spezialgebieten. Hierdurch können alle Kollegen gegenseitig voneinander profitieren und die Praxis auf einem modernen Stand halten.
Wir halten es für den wichtigsten Vorteil von Mehrbehandlerpraxen, dass schwierige Fälle gemeinsam besprochen werden. Dabei kann jeder der Kollegen auf der einen Seite seine Erfahrung und auf der anderen Seite die auf verschiedenen Fortbildungsveranstaltungen gewonnenen neuen Erkenntnisse einbringen.




Beispiel mit Implantataufbau
Beispiel mit Krone