Laser in der Zahnheilkunde
Laser sind vielseitig einsetzbar. Sie können unter anderem Gewebe durchtrennen, Bakterien abtöten und auch die Wundheilung fördern.
Nur zum Bohren taugen sie nicht.
So können Laser zahnmedizinischen Eingriffen den Schrecken nehmen, da die Behandlung effektiver, schmerzärmer und auch nebenwirkungsfrei abläuft.
Welche Einsatzgebiete sind sinnvoll?
Aus aktuellen Mundgesundheitsstudien geht hervor, dass der Anteil der Erkrankungen des Zahnhaltapparates (Parodontitis) deutlich angestiegen ist. Es wird geschätzt, dass über 50 Prozent der Erwachsenen an irgendeiner Form von Parodontalerkrankungen unterschiedlichen Stadiums leiden. Außerdem ergibt sich bei derzeit jährlich 800000 allein in Deutschland gesetzten Implantaten ein zusätzlicher Behandlungsbedarf durch das Auftreten einer Periimplantitis (Entzündung und Knochenabbau am Implantat). Unbehandelt ist der Verlust des Implantates die Folge.
Zusätzlich ist der Softlaser zur Behandlung überempfindlicher Zahnhälse einsetzbar.. Auf Grund seiner biostimulativen Wirkung findet er Anwendung bei der Schmerzbekämpfung und zur Förderung der Wundheilung bei Aphten, Herpes usw.
In der Parodontitis-Periimplantitis-Therapie hat sich seit zirka 10 Jahren die antimikrobielle photodynamische Therapie (aPDT) bewährt.
Wie funktioniert diese Therapie?
Zunächst werden alle Zahnfleischtaschen professionell gereinigt, um alle weichen und harten Beläge zu entfernen und so eine Reduktion der Keime zu erzielen.
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Im 2. Schritt wird eine Farblösung, der Photosensitizer, in die Tasche appliziert. Die Farbstoffmoleküle binden sich an die Zellwand der Bakterien. Nach kurzer Einwirkzeit erfolgt die Belichtung mit einer Lasersonde. Es kommt zur Bildung von aktivem Sauerstoff, der die Bakterienwand zerstört und somit die Mikroorganismen in der Tasche abtötet. So wird mit jedem einzelnen infizierten Zahn oder einem entzündeten Implantat verfahren.
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Diese effektive ,schnelle und vor allem schmerzfreie Behandlung verhindert in vielen Fällen die Gabe von Antibiotika und chirurgische Verfahren können häufig vermieden werden.
Ziel der Therapie ist eine Keimreduktion.
Grundsätzlich gilt auch hier: der Erfolg hängt wesentlich von der Bereitschaft des Patienten ab, die Therapie durch eine optimale häusliche Mundhygiene zu unterstützen.
Die aPDT ist eine schonende und schmerzfreie Behandlungsmethode. Sie führt zu einer Reduktion der Bakterien bis zu 92 Prozent. Die Verabreichung von Antibiotika ist nur in seltenen Fällen notwendig. Somit können die zahlreichen Nachteile der Antibiotikatherapie, wie Allergien, Unverträglichkeiten und die starke Zunahme von Resistenzen ausgeschlossen werden.
Der Patient benötigt keine Betäubung, zusätzlich wird der Heilungsverlauf beschleunigt, die Behandlung ist nebenwirkungsfrei Die Verfärbung der Zähne und des Weichgewebes durch das Auftragen des Photosensitizers ist harmlos und verschwindet nach einigen Stunden von alleine
Von entscheidender Bedeutung für den langfristigen Erfolg ist die Nachsorge durch den behandelnden Zahnarzt/ Parodontologen und sein Team, da die Wiederbesiedlung der Taschen nicht immer vermeidbar ist.
Innovative Behandlungsmethoden finden sich in den Leistungskatalogen der Krankenkassen meist nicht wieder. So auch die antimikrobielle photodynamische Therapie. Sie muss deshalb in der Regel von den Patienten selbst gezahlt werden. Die Höhe der Kosten richtet sich nach der Schwere der Erkrankung, der Anzahl der Zähne und eventuell sonstigen zu beachtenden Faktoren.