Allergien im Mundbereich

Da die Menschen zunehmend von Allergien betroffen sind, bleibt auch die Zahnheilkunde von dieser bedenklichen Entwicklung nicht unberührt.

Was ist eine Allergie?

Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegenüber bestimmten körperfremden Substanzen. "Überschießend" heißt die Reaktion, weil das körpereigene Immunsystem auf Fremdstoffe anspricht, die anders als Krankheitskeime eigentlich keine Gefahr für die Gesundheit darstellen. Prinzipiell Hausstaubmilbekann jeder Stoff in unserer Umwelt zum Auslöser einer Allergie werden. Für etwa 20.000 Substanzen ist eine allergieauslösende Wirkung bekannt.

Bei den Zahnersatzmaterialien sind besonders die Substanzen Nickel, Chrom, Kobalt, Silber, Kupfer, Indium, Gallium, Quecksilber und Methylmethacrylat als kritisch einzustufen.

Allergien gegen Zahnersatzmaterialien können sich als Ekzeme oder lokale Rötungen in der Mundhöhle, aber auch an anderen Körperteilen zeigen: Hautausschläge, Haarausfall oder Ausfälle von Nervfunktionen .

 Metallallergien

Die Entwicklung einer zunehmenden Sensibilisierung der Menschen auf metallische Werkstoffe wird verschärft durch die zunehmende Technisierung des Alltags: Nickel im Modeschmuck, Chrom in Farbstoffen und Leder, Schwermetalle in Auto- und Industrieabgasen... . Dies ist insoweit für die Zahnheilkunde von Bedeutung, denn das eine oder andere kritische Metall findet sich praktisch in jeder Dentallegierung.

Alle Metalle können in der Mundhöhle durch Abrasion oder Korrosion aus dem Zahnersatz herausgelöst werden und dann in das Körpergewebe eindringen. Nichtedelmetall-Legierungen sind wesentlich stärker löslich als Edelmetall-Legierungen und enthalten einen höheren Anteil an bedenklichen Bestandteilen.

Dentalkunststoffe

 Auch bei der Verwendung von Dentalkunststoffen reagieren viele Patienten auf die enthaltenen Methylmethacrylate mit einer Allergie. Aufgrund chemischer Prozesse und unvollständiger Polymerisationsreaktionen sondern Kunststoffe in der Mundhöhle stetig allergologisch wirksame Bestandteile ab.

Gibt es Alternativen?

Materialien, die keine allergologisch wirksamen Stoffe abgeben, sind keramische Werkstoffe. Keramik ist biochemisch völlig reaktionslos.

Allerdings ist das Fertigen von Zahnersatz aus diesem Material nicht ganz billig.

Wie steht es mit dem Werkstoff Titan?

Ein anderer Werkstoff, der ebenfalls in der Zahnheilkunde eingesetzt wird, ist Titan. Heute sind praktisch alle Implantatsysteme aus Titan hergestellt. Titan wird von den meisten Patienten sehr gut toleriert.

Allerdings sollte man die Verwendung von Titan auf den Einsatz im Knochenbereich beschränken. Für den Ersatz der Zahnhartsubstanz ist es aufgrund komplizierter Verarbeitung weniger geeignet.

Fazit:

Wenn schon metallhaltige Zahnersatzmaterialien verwendet werden, dann ist Cercon-Vollkeramikbrückeder Vorzug ausschließlich hochwertigen, korrosionsarmen Dentallegierungen, den Gold-Platin-Legierungen, zu geben. Noch besser ist der völlige Verzicht auf metallische Werkstoffe. Mittlerweile können immer mehr Konstruktionen vollkommen aus Keramik gefertigt werden. Außerdem sollte die Anzahl der im Munde verwendeten verschiedenen Metallegierungen so gering wie möglich gehalten werden.

 

Verschiedene Metalle - Entstehen da wirklich Ströme?

Eine der weniger bedachten Folgen der Verwendung von Metallen im Mund zur zahnmedizinischen Versorgung ist die Entstehung galvanischer Ströme. Wenngleich dieses Forschungsgebiet noch viele Fragen offen hält, berichten wir Ihnen dennoch von den Bedenken und möglichen Beeinträchtigungen, die sich aus der Entstehung des Mundstromes ergeben können.

Wenn ein Patient metallische Zahnersatzmaterialien im Mund hat, so entstehen zwischen diesen verschiedenen Metallen galvanische Ströme. Denn der Speichel ist ein Elektrolyt, also ein Stoff, der aufgrund seiner in ihm gelösten Salze elektrische Ströme weiter leitet. Im täglichen Leben machen wir von dieser Art der Strombildung gerne Gebrauch. Eine gewöhnliche Batterie ist nach dem gleichen Prinzip aufgebaut. Im Mund hingegen ist dieser physikalische Effekt alles andere als erwünscht.

 Ist das Phänomen spürbar?

Gelegentlich spüren betroffene Patienten diese Strombildung. Oft kommt es dann auch zu Geschmacksstörungen und vergleichbaren Beeinträchtigungen.

Starke Mundbatterien entstehen immer dann, wenn unedle Metalle wie zum Beispiel Nichtedelmetalle oder Amalgam, mit edlen Metallen wie zum Beispiel Gold, im Mund gemeinsam vorhanden sind.

Welche Auswirkungen haben Mundströme?

In wieweit die Strombildung unser Nervensystem beeinflussen kann, ist leicht vorstellbar, denn die Weiterleitung der Nervsignale erfolgt ebenfalls über elektrische Impulse. Mögliche Folgen sind Schwindelgefühl, Zungenbrennen, Gleichgewichtsbeschwerden, Tinnitus - gleichwohl ist das Phänomen in der Praxis aber noch längst nicht genügend erforscht.

Die Energie der „Mund-batterie“ ermöglicht eine Wanderung von Metallionen in andere Organe und Gewebe, denn die Strombildung im Mund setzt Metall in Form von Ionen frei. Ionen sind elektrisch geladene Atome oder Atomgruppen, die aufgrund dieser Eigenschaft besonders reaktionsfreudig sind. Die Metallionen im Körpergewebe und den Organen können sich mit Eiweißen verbinden, was zu einer Blockade wichtiger Enzymfunktionen führen kann.

Im Mund und im Magen-Darmtrakt führen die gelösten Metallpartikel zu einer Verschiebung des pH-Wertes. Damit kommt es zu einer Änderung der physiologischen Darmflora zugunsten der Pilze. Untersuchungen haben gezeigt, dass etwa eine Darmsanierung nicht möglich ist und eine Infektion immer wieder von Neuem auftritt, solange Amalgam in der Mundhöhle vorhanden ist.

Fazit:

Metalle, vor allem zur Korrosion neigende Nichtedelmetalle, sollten im Mund so wenig wie möglich verwendet werden, da sie aufgrund der Strombildung das biologische System Mensch negativ beeinflussen können.

 

Auch wenn einige Bereiche dieses Phänomens noch genauer zu untersuchen sind, bleibt die Feststellung, dass es nur sinnvoll sein kann, mögliche Gefahrenquellen von vornherein auszuschalten. In den meisten Fällen gibt es heute durchaus Möglichkeiten auf Strom bildende Materialien bei der Anfertigung von Füllungen und anderen zahnmedizinischen Versorgungen zu verzichten.