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Was ist ein retinierter Zahn ? Als retiniert bezeichnet man einen Zahn, der noch nicht zu seinem normalen Durchbruchszeitpunkt
in der Mundhöhle erscheint. Gerade bei Weisheitszähnen beobachtet man auch häufig einen teilweisen Durchbruch, man sieht dann im Mund zum Beispiel nur die Hälfte der natürlichen Zahnkrone.
Wenn ein Weisheitszahn bis zum 20. Lebensjahr noch nicht in die Mundhöhle durchgebrochen ist, wird er auch nicht mehr durch das
Zahnfleisch hindurchtreten.
Die häufigste Ursache hierfür ist sicherlich ein Platzmangel (Abb. 1), der Kiefer ist also zu klein für acht Zähne auf jeder Seite. Auch eine Querlage oder andersartige Verlagerung der Zähne ist
nicht so selten als Ursache für eine Retention der Weisheitszähne zu beobachten . Andere Zähne verbleiben manchmal ebenfalls im Kieferknochen, zum Beispiel die oberen Eckzähne.
Da nicht oder nur teilweise durchgebrochene Zähne häufig mit krankhaften Begleiterscheinungen verbunden sind, muss
der Zahnarzt eine gründliche Untersuchung durchführen. Hierzu wird er die Mundhöhle genau anschauen und Röntgenbilder anfertigen. Auf den Röntgenbildern kann er die genaue Form und die Lage des im Kieferknochen
verbliebenen Zahnes feststellen.
Möglicherweise haben sich Zysten an diesen Zähnen gebildet ( Abb. 2) oder der retinierte Zahn hat zu Schädigungen des Nachbarzahnes geführt (Abb. 3). Auch kann dieser Zahn die Bildung einer
Zahnfleischtasc he am benachbarten Zahn begünstigen. Manchmal kann ein verlagerter Weisheitszahn ein Hindernis beim Durchbruch eines anderen Backenzahnes darstellen. Unter Umständen rät
der Kieferorthopäde im Rahmen seiner Behandlung zur Entfernung der Weisheitszähne,
da es nach einer aufwendigen Behandlung durch den Wachstumsdru ck des verblieben Weisheitszahn es zu unschönen Zahnverschiebungen an den Frontzähnen kommen kann. Im Vorfeld einer
größeren rekonstruktiven Behandlung wird meist ebenfalls zur Entfernung retinierter Zähne geraten.
Bei teilweise durchgebrochenen Weisheitszähnen tritt sehr häufig eine akute Infektion auf. Es hat sich eine Tasche unter der
Zahnfleischkapuze gebildet, in der sich die Bakterien stark vermehren. Diese Entzündung führt häufig zu starken Schmerzen und Schluckbeschwerden. Eine Rötung und Schwellung der umliegenden Weichteile kann
man beobachten, bis hin zu einer deutlichen Behinderung der Mundöffnung.
Bei einer so heftigen Reaktion muss der Zahnarzt zuerst die akute Entzündung mit Spülungen und Drainagen bekämpfen, bevor er
den Zahn entfernen kann. Damit verhindert er, dass sich die Infektion auf andere Gebiete des Körpers ausdehnen kann. Nicht selten sind diese Weisheitszähne frühzeitig tief kariös oder
es hat sich sogar der Zahnnerv entzündet (Abb. 3)
Aber auch wenn keine Entzündung vorliegt, sollten solche Zähne, die nur teilweise in die Mundhöhle ragen, entfernt werden. Es ist
erwiesen, dass auch bei reizlosem Zustand sehr viele krankheitserregende Keime um diesen Zahn herum existieren. Eine schlechte allgemeine oder lokale Abwehrlage kann sehr schnell ein akutes Stadium herbeiführen.
Die Entfernung der Weisheitszähne ist heute ein Routineeingriff in der Zahnarztpraxis. Da
Komplikationen durch Verknöcherung und durch Wundheilungsprobleme mit zunehmendem Alter ansteigen, sollten nicht durchgebrochene Zähne bis etwa zum 25. Lebensjahr entfernt werden.
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