Februar - Juni 2006:

Thomas Blessing

kunst kommt von erkunden

Der Begriff “Kunst” zeigt über den Wortstamm “kun” seine Nähe zu den Begriffen “Kunde” und “Kundschaft”. Hierbei denkt man zunächst vor allem an die Kunde die ein Werk oder ein Künstler angeblich zu verkünden hat. Das ist aber nur eine oberflächliche Außenansicht. Für den Künstler ist die andere Seite viel mehr von Bedeutung.

Um etwas verkünden zu können, muss ich es erst einmal erkunden. Bevor mein Werk von einer Idee, einem Gedanken, einer Einsicht getragen sein kann, muss ich dieser Idee, diesem Gedanken, dieser Einsicht erst einmal nachforschen. Dies ist ein bisweilen langer und mühevoller Weg. Der Weg der Recherche, der Skizzen, der Studien, der Irrtümer. Hier liegt der auch zeitlich aufwändigste Teil der Kunst, aber auch der spannendste und aufregenste. Hier ist vor allem Kreativität und Ausdauer gefragt. Der Rest, das Werk, ist zumeist nur noch praktische Ausführung. Handwerk eben. Nur selten ist dann noch etwas von der eigentlichen Arbeit die dahinter steht zu sehen.

Ich wünsche mir Leichtigkeit und Heiterkeit in meinen Bildern. Dies kann nur entstehen, wenn es mir gelingt im Laufe des Malprozesses Abstand zum Inhalt meiner Werke und ihrer ursprünglichen persönlichen Bedeutung zu gewinnen. Das Ziel der Kunst ist eben nicht Erkenntnis, sondern Verwandlung. Der Lohn ist die Befreiung von gewohnten Denk- und Handlungsmustern und die Gelassenheit im Lebensalltag. Kunst ist nicht um der Kunst willen da, sondern um die Lebensqualität des Menschen zu erhalten oder zu verbessern.

 

Herr Thomas Blessing

kunst kommt von erkunden – 

arbeiten 2004-2006

  • 1960 geboren in Pforzheim
  • 1967-1983 Schule und dennoch kreativ geblieben
  • 1983-1985 Zivildienst, Zeichenunterricht bei Thomas Kubisch und Max-Peter Näher
  • 1985-1989 Studium Diplom-Kunsttherapie, Schwerpunkt: Malerei
  • 1989-1990  erste Ausstellungen und viel Zeit vertrödelt
  • 1990-1996 Tätigkeit als Kunsttherapeut, wenig Zeit für Ausstellungen aber verschiedene Auftragsmalereien
  • 1996-2002 Tätigkeit als Kunsttherapeut, erweiterte Ausbildung zum Diplom-Layouter nur noch wenig Zeit für Malerei
  • 2002-2005: Tätigkeit als Kunsttherapeut, seminaristische Tätigkeit im kreativpädagogischen Bereich, freiberufliche Tätigkeit als Grafik-Designer 
  • 2005-2060 verstärkte Konzentration auf die Malerei, Wiederaufnahme von Ausstellungen ohne die inspirierende Tätigkeit als Kunsttherapeut jedoch ganz aufzugeben